Vorbemerkung: Nachdem die Steuobstwiesen landauf, landab im Jahr mehrmals gemulcht
werden, ist deren Wertigkeit in der Artenvielfalt stark abgefallen. Früher: Unternutzung der Streuobstwiesen durch Rinderbeweidung oder Sensenmahd, auch insektenschonende Mahd mit Messerbalken. Heute: Kreiselmäher ist eine Neuentwicklung und rasiert alle
Heuschrecken etc.
Unsere Streuobstwiese hat ein hohes Potenzial für den Artenreichtum, besonders für Insekten und andere Wirbellose (Spinnen, Krebse u.a.), als auch für Sumpfmeise, Grünspecht u.a.. Die Beweidung mit Pferden schont und fördert den Artenreichtum. Insekten und andere
Wirbellose müssen sich aber auch für die Überwinterung einrichten können. Dieses
Naturschutzbemühen hat oberste Priorität.
Daher sind Baumpflege und Apfelauflese eindeutig nachrangig. Leider ist das Mulchen für eine bevorstehende Ernte dennoch unerlässlich, da die Pferde mit dem Fallen der ersten unreifen, kleinen Äpfel von der Weide genommen wurden (Gefahr einer Kolik). Generell war die Weideaktivität das ganze Jahr über sehr niedrig
Das letztjährige Mulchen bereits am 18. August war jedoch viel zu früh und noch nicht nötig, hat z.B. die noch aktive Heuschreckenfauna, Zikaden und den noch vorhandenen Blütenreichtum, z.B. an Blutstorchschnabel, sinnlos vernichtet. Übrigens, rasch nachwachsendes Gras hat im Oktober das Sammeln nicht erleichtert.
Dieses Jahr: Die augustreifen JakobFischer Äpfel sind größtenteils (450 kg) bereits in der Mosterei.
Alle anderen Bäume haben viele Äpfel abgeworfen: Diese sind sehr klein, total unreif, verwurmt und geschmacklich nichts. Der Ablieferungsvertrag für zertifiziertes Bioobst verpflichtet uns jedoch, nur reifes Falllobst für einen schmackhaften Apfelsaft abzuliefern.
Mulchaktionen zum jetzigen Zeitpunkt sind aus 2 Gründen unangebracht:
1. Die zu schützenden Insekten wie Heuschrecken sind zum Teil noch im
Larvalstadium. Die Eiablage hat noch nicht im vollen Umfang
stattgefunden und endet erst in den wirklich kalten Nächten –also eher
Ende September. Die Pflege des Artenreichtums –z.B. auch der
Frühblüher - ist unser primäres Ziel auf dieser Obstwiese.
Das Sammeln des reifen Fallobstes tut unserer Kasse gut, ist aber absolut
nachrangig!
2. In Abhängigkeit von der Witterung der nächsten Wochen kann der
Unterwuchs soweit es für das Aufsammeln des Fallobstes notwendig ist,
gemulcht/gemäht werden. Es wird wohl noch ca. 3 Wochen dauern.
Erntemodalitäten und -aufwand:
Unser Vertrag mit Fa. Schlenkerhof (Abgabeort für unser gesammeltes Fallobst) verpflichtet uns, nur fallreifes Apfelobst für einen schmackhaften Apfelsaft zum Pressen abzuliefern.
Schüttelaktionen also nur dann, wenn die Baumreife wirklich erreicht ist.
Zurückbleibendes, nicht gesammeltes Fallobst ist als Winterfutter z.B. für Amseln, Wacholderdrosseln von großer Bedeutung.
Die Bäume der Sorte „Teltower Wintergravensteiner/Kikacher“ werden als Tafelobst markiert, weil sie nicht vor Mitte Oktober gepflückt werden.