Handgemachte Bienen-Hotels


Markdorf, den 11.02.2010

Handgemachte Bienen-Hotels

 

Wer baut das schönste Wildbienen-Hotel? Schüler der Jakob-Gretser-Grundschule beim von der BUND-Ortsgruppe angebotenen Nisthilfenbau.

Foto: Büsche

Krachend schlagen die Batzen auf den Tisch. Offensichtlich macht es Spaß, sie zu kneten. Wieder und wieder walken die Kinder den Ton durch, um ihn dann zu Würsten, zu Laiben oder zu Würfeln zu formen. „Insgesamt“, so erklärt Eva Korte, „haben wir jetzt schon 50 Kilo verarbeitet.“ 50 Kilogramm Ton, Baustoff für Gebäude, um genau zu sein, denn „Hotels“ nennen die kleinen Baumeister ihre Nisthilfen für Wildbienen, die hier entstehen – bei der bereits zweiten „Wildbienen-Hotel“-Gruppe der Grundschul-Elterninitative für aktive Nachmittage, kurz „Elan“, deren Angebot Eva Korte mit koordiniert.

„Letztes Mal waren wir zwölf“, erklärt Elisabeth Moll-Simons vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Jetzt sind es 16. Dran sind die Zweit- bis Viertklässler. Zum ersten Treffen kamen die Erstklässler. Deren Hotels härten längst aus im nahen BUND-Büro in den Mittleren Auen. Und alsbald sollen sie zusammen mit den Neubauten aus der zweiten Gruppe im Brennofen der Jakob-Gretser Schule jene Festigkeit gewinnen, die sie hinreichend gegen die Wetterwidrigkeiten im Garten schützt.

Sophia bedient die Knoblauchpresse. Feine Ton-Streifen kräuseln sich aufs Dach ihres Wildbienenhotels. Der Phantasie sind keine Zügel angelegt. Sodass im übernächsten Frühling beziehungsweise Frühsommer Jungbienen aus Hotels unterschiedlichster Gestalt krabbeln: aus hoch und modern anmutenden Dreiecksgebäude oder aus turmbewehrten Burgen oder aus Archen, auf denen Tentakeln wachsen.

„Das schöne ist“, so freut sich Elisabeth Moll über die Wildbienenhotel-Gruppen von der Grundschule, „dass jeder ein bisschen was weiß.“ Die eine hat's vom Opa, der Imker ist; der andere bekam es von den Eltern mit, die daheim eine Biotop-Nische im Garten pflegen. So tragen fast alle Kinder ihren Teil bei. Und was dann noch fehlt an Hintergrundwissen zum Thema Wildbienen beziehungsweise deren Nist-Verhalten, das ergänzt dann die Fachfrau vom BUND. Die dort übrigens ebenfalls regelmäßig Kinder beim Bau von Wildbienen-Hotels anleitet.

Quelle: Südkurier, 11.02.2010

Ein Genuss für Kind und Kuh

Markdorf16.01.2010

Ein Genuss für Kind und Kuh

 

Keine Angst vor großen Tieren haben die Kinder von der Markdorfer Jakob-Gretser-Schule beim Gang durchs Hepbach-Leimbacher Ried.

Foto: Büsche

Mit sattem Krachen zermalmt er die fingerdicken Zweige, während er dabei aus unendlich sanften Augen schaut. Augen, die seine ausladenden Hörner vergessen lassen ebenso wie die ungeheuren Kräfte, die sich unter dem dichten Winterfell des Bullen verbergen. „Könnte der raus aus dem Gehege?“, fragt ein Drittklässler. Munter klingt er, neugierig und kein bisschen ängstlich. Er will einfach nur wissen, ob die Drähte des Elektrozauns dem massigen Rind stand halten. Franz Beer verneint amüsiert. Nicht einen Augenblick lang könnten die dünnen Strom-Leitungen dem Tier trotzen. Aber nach Ausbruchsversuchen stünden weder dem anderthalb Tonnen schweren Heckrind-Bullen noch seinen zwölf Artgenossen der Sinn. Dafür gehe es den Tieren viel zu gut hier in ihrem Gehege bei Hepbach-Leimbach.

Elf Grundschüler der Markdorfer Jakob-Gretser-Schule im Alter von sechs bis zehn stapfen durch den Schnee beim Köhlschen Reithof. Franz Beer, der Vorsitzende der Markdorfer Ortsgruppe des „Bunds für Umwelt und Naturschutz“, führt die Kinder zu den Wildrindern im nahen Ried. Einige kennt er schon von früheren Exkursionen in die Markdorfer Naherholungs- beziehungsweise Naturschutzgebiete, wo sich die Betreffenden durch interessierte Fragen oder besondere Aufgeschlossenheit hervorgetan haben. Durch ein Verhalten, das dem pensionierten Biologielehrer natürlich in Erinnerung haftet.

Quelle: Südkurier, 16.01,2010



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