Wenn sich die Markdorfer Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) einmal im Jahr zur Hauptversammlung trifft, dann stehen Regularien wie zum Beispiel die Wahl des Vorstands eher am Rande. Wesentlich mehr Zeit bekommen die Berichte der verschiedenen Fachbeiräte. So erzählte Ira Brzoska, die für die Beobachtung der sieben Storchennester in und um die Stadt zuständig ist, was sich dort im vergangenen Jahr getan hat und wie die aktuelle Lage ist.

Der Vorstand (von links): Heiner Bühler, Jörg Münch, Albin Ströbele, Meike Krüger und Franz Beer.
Der Vorstand (von links): Heiner Bühler, Jörg Münch, Albin Ströbele, Meike Krüger und Franz Beer. | Bild: Jörg Büsche

Noch wenig Informationen über Storchenpaar auf dem Bischofsschloss

„Seit dem 17. Februar ist es wieder da“, freute sich Brzoska über das Storchenpaar, das sein Quartier im frisch gesäuberten Nest auf dem Bischofsschloss bezogen hat. Ob es dieselbe Störchin wie 2018 ist, sei im Moment noch unklar. Zumal die auf dem Schlossdach installierte Storchenkamera derzeit keine Bilder liefere.

Männlicher Storch trägt keinen Ring

Wenn die Storchenbeauftragte trotzdem Aufnahmen begutachten will, müsse sie diese aufwendig von der Kamera auf den Laptop laden oder aus einer Dachluke heraus fotografieren. Immerhin habe sie auf diese Weise schon herausgefunden, dass der männliche Storch keinen Ring trägt – anders als sein Vorgänger im vergangenen Jahr. „Aber wir verhandeln mit der Stadt, damit wir möglichst bald wieder Webcam-Aufnahmen zeigen können“, erklärte Ira Brzoska. Bei ihrem Rückblick auf 2018 sprach sie von einem Rekordjahr: So wurden in den Markdorfer Nestern insgesamt 21 Jungstörche ausgebrütet. Von denen konnten 16 beringt werden.

Krötenzaun zwischen Autenweiler und Grünwangen steht

Wie sich die Amphibien in diesem Jahr entwickeln, muss sich erst noch erweisen. Die Amphibienbetreuer des BUND haben jedenfalls schon Schutzmaßnahmen ergriffen: Zwischen Autenweiler und Grünwangen steht bereits der Krötenzaun. Dort tragen die Helfer in den Morgen- und Abendstunden die Tiere aus den Sammeleimern über die Kreisstraße 7744.

Amphibientunnel an der K 7742

In diesem Zusammenhang blickte Vorstandsmitglied Franz Beer auf die K 7742, die sogenannte Müllstraße. Dort gibt es ein Leitsystem, einen eigens unter der Straßendecke installierten Amphibientunnel. Laut Statistik nutzen nur sehr wenige Erdkröten den Durchschlupf. Bevor es ihn gab, hätten die BUND-Helfer jedoch stets deutlich mehr Amphibien über die Straße geholfen.

Heckrinder-Projekt kämpft mit Schwierigkeiten

Franz Beer deutete an, dass das Heckrinder-Projekt im Hepbach-Leimbacher Ried „auf der Kippe gestanden“ habe. Dort überlässt der BUND nachgezüchteten Auerochsen die Pflege der Landschaft, sodass diese in dem Bereich nicht wieder mit Büschen zuwächst. Nach nun 18 Jahren sei diese Art der ganzjährigen Beweidung an ihre Grenzen gestoßen. Von Amts wegen werde das Projekt als Teil der Lebensmittelproduktion betrachtet und habe daher gewisse Auflagen zu erfüllen, etwa, dass die Tiere einmal im Jahr auf einen bestimmten Virus hin untersucht werden müssen. Den dafür notwendigen „Fangstand“ hat der BUND unterdessen errichtet, sagte Franz Beer. Ebenso wie einen Brunnen, damit die Wildrinder Zugang zu Trinkwasser haben.

Meike Krüger ist neue Kassiererin

Bei den Wahlen des Vorstandes gab Kassiererin Ingrid Hansmann ihr Amt nach 28 Jahren ab. Ihre Nachfolgerin ist Meike Krüger.