Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Eisweiher

Im dicht besiedelten Bodenseekreis mit der fast höchsten Straßendichte in B-W und einer Landnutzung primär mit Sonderkulturen wie Wein, Obstplantagen, Erdbeeranbau und Hopfenkulturen ist nur wenig von den ehemals weit verbreiteten Feuchtgebieten übrig geblieben.

Kleine Restbestände von Streuwiesen (Stalleinstreu) gab es Anfang der 1980er Jahre noch in einer flachen Talsenke südöstlich von Markdorf im Gewann Nesselwang.

Bis zur Säkularisierung (1806) befanden sich hier 2 Weiher zur Fischzucht in klösterlichem Besitz. 1888 wurde das Gebiet, das sich nun im Besitz des Landes befand, trocken gelegt und bis 1975 als Streuwiese genutzt. Danach wurden von den Pächtern Drainagegräben gefräst und ein Großteil der Streuwiesen ungenehmigt in Ackerland umgebrochen zum Anbau von Mais und Getreide.

Ab 1983 pflegte der BUND Markdorf die erhalten gebliebenen Streu­wiesen­reste und bereitete die Renaturierung des Gebiets vor. 1989 begann schließlich die Renaturierung auf den Landesflächen und der BUND Markdorf wurde vom Land mit der Pflege der Flächen beauftragt. Die Chronologie der Renaturierung ist in dem entsprechenden Kapitel dar­gestellt. Erst mit der Unterschutzstellung erhielt das Gebiet den Namen „Eisweiher“ in Erinnerung an die Eisgewinnung aus den ursprünglichen Weihern.

Eine regelmäßige Pflege der renaturierten Flächen ist unerläßlich, um die Streuwiesen­struktur mit der zugehörigen Fauna und Flora zu erhalten. Diese Pflege umfaßt vorallem das zurück Drängen der Verbuschung durch Gehölzschnitt und die Bekämpfung der flächen­deckenden Ausbreitung der Neophyten. Hier sind dies vorallem das Indische Springkraut, die Kanadische Goldrute, der Japanische Knöterich sowie das Jakobs Kreuzkraut. Beides erfolgt regelmäßig jährlich an mehreren Terminen durch Ehrenamtliche des BUND Markdorf. Unterstützt werden diese Arbeiten durch unsere Heckrinder, die gerne frische Weidentriebe knabbern und im Winter die Rinde von den Büschen schälen, was zu deren Absterben führt.

Im Abstand von mehreren Jahren müssen die Uferzonen der Teiche und Gräben von den schnell wachsenden Weiden durch Entnahme der Wurzelstöcke befreit werden. Außerdem muss die Verlandung durch den starken Schilfbewuchs verhindert werden. Beides erfolgt durch Baggerarbeiten im Lohnauftrag. Die nicht beweideten Wiesenflächen und stark verkrautete und verschilfte Weideflächen werden regelmäßig  ebenfalls im Lohnauftrag gemäht und das Mähgut abgefahren. Die Pflegemaßnahmen werden finanziell durch Landes- und Kreispflege­mittel gefördert.

Ein von der Stadt angelegter Rundweg mit einem Aussichtspunkt, den man von der Oberen Gallusstraße erreicht, ermöglicht Einblicke in das Gebiet und die Beobachtung der Störche und Rinder.

Bilder

 

 



Das Jahresprogramm für 2018

Suche