Amphibienzäune - Lebensretter der Kröten

Die Kröte ist kein Frosch. Was sie aber mit den Grasfröschen gemein hat, ist der massenhafte Zug zu den Laichgewässern im zeitigen Frühjahr. Dabei ist das Verhängnisvolle, dass die sehr große Zahl von sich nur sehr langsam vorwärtsbewegenden Tieren beim Überqueren kleinerer und größerer Straßen in großer Zahl dem Straßenverkehr zum Opfer fällt.

Statistisch gesehen wäre die Zahl solcher Opfer sicherlich genauso hoch, wenn sich der Krötenzug etwa über ein halbes Jahr erstreckte. Tatsächlich ist es aber so, dass der Zug dieser "Explosivlaicher" auf wenige Wochen im zeitigen Frühjahr konzentriert ist, mit der Folge, dass das Massensterben einerseits sehr deutlich auffällt, aber andererseits Hilfsmaßnahmen effektiv durchgeführt werden können.

Eine dieser Hilfsmaßnahmen ist der Krötenzaun: eine 40 cm hohe Plastikfolie hindert die Kröten am Überqueren der Straße und leitet sie zu den regelmäßig vor der Folie eingegrabenen Eimern, in denen die Tiere sich sammeln und dann leicht über die Straße transportiert werden können. Einen solchen 300 m langen Krötenzaun installiert und betreut der BUND Markdorf mit Unterstützung durch das Landratsamt an der Landesstraße zwischen Autenweiler und Grünwangen. Das in den 17 eingegrabenen Eimern erfasste Aufkommen von Kröten ist sehr unterschiedlich in den einzelnen Jahren. Auch wenn hier nicht unbedingt ein Brennpunkt der Krötenwanderung vorliegt, so sind auch 100 gerettete Kröten ein wichtiger Beitrag zum Schutz und zum Erhalt dieser Amphibien.

Eine weitere Hilfsmaßnahme stellt für die Amphibien der Bau von Laichgewässern dar. diese Biotopgestaltung bildete ein Schwerpunkt des BUND Markdorfs in den vergangenen dreißig Jahren dar. nicht nur auf dem Gemeindegebiet, sondern auch in den benachbarten Gemeinden entstanden eine Vielzahl von Kleingewässer und größeren Tümpeln. die vorbereitenden Arbeiten, Planungen, Ortsgespräche mit Behörden erforderten viel Zeit und Ausdauer bis zur Umsetzung. Am meisten dürfte von dien Maßnahmen der Laubfrosch profitiert haben, da seine Bestandsentwicklung sich sehr erfreulich gestaltet hat.

 

 

Chronologie der Krötenzählungen an der K7744 Autenweiler - Grünwangen

2015: 161 Tiere
2014: 241 Tiere
2013:   62 Tiere
2012:   96 Tiere
2011: 110 Tiere
2010:   96 Tiere
2009:   62 Tiere
2008: 151 Tiere

 

 



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